Emmanuel Kofi Anafita
Ein Überlebenskünstler: Mit einem strahlenden Lächeln steht der 30-jährige Afrikaner Emmanuel Kofi Anafita vor seiner selbstgezimmerten Bude aus Brettern mitten in den staubigen, schmutzigen Straßen Ghanas. Vielleicht wird heute jemand kommen, um eine bedruckte Tasse oder ein T-Shirt abzukaufen. Vielleicht schafft er es diesen Monat, genug Geld für die Miete des bescheidenen Hinterzimmers, das er im Haus eines älteren Mannes auf dem Dorf bewohnt, zusammenzukratzen.
Emmanuel ist allein. Weil er anders ist. Als Homosexueller gilt er in seiner Gemeinde nicht als normal, verlor früh den Rückhalt seiner Familie und Freunde, ließ seine Heimat in jungen Jahren zurück. Seitdem lebt er von der Hand in den Mund und versucht irgendwie über die Runden zu kommen. Emmanuels Kunst gibt ihm die Kraft niemals aufzugeben.
Vielleicht nicht heute. Aber vielleicht irgendwann. Vielleicht wird eines Tages jemand eines seiner Gemälde und Bilder so lieben, wie Emmanuel selbst. Bis dahin wird er weiterkämpfen. Aufstehen. Mutig bleiben. Malen. Jede leere Leinwand, die er mit Leben füllt, ist für Emmanuel ein großer Klecks Hoffnung.